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Kompetenz 4: Datenmanagement und Datenschutz

Datenübermittlungswege

Im Verfahrensjahr 2004 mussten 2,4 Millionen Datensätze aus über 1500 Krankenhäusern und ca. 8.000 Fachabteilungen bei der BQS zusammengeführt werden. Damit ist klar: Die externe Qualitätsdarstellung ist für eine Erfassung mit Stift und Papierbögen zu unfangreich und zu komplex. Diese Rechenleistung bewältigt nur der Computer. Elektronisch, zuverlässig und sicher – das sind die Ziele der BQS für das Datenmanagement und den Datenschutz.

Nur elektronische Datenübermittlung

Ein Meilenstein auf diesem Weg war die Einführung der Datenübermittlung per E-Mail. Krankenhäusern, Landesgeschäftsstellen und der BQS wird der Umgang mit den Daten damit erleichtert. Die Kommunikation wird schneller, die Datenübertragung sicherer. Alle Beteiligten werden frühzeitig auf Probleme bei Datenübermittlung, Auswertung und Dokumentation aufmerksam und können sie beheben. Der kontinuierliche Datenfluss wird damit möglich. Er ist die Grundlage für zeitnahe Auswertungen.

Für die elektronische Verarbeitung der Daten registrieren sich die Teilnehmer am medizinischen Benchmarking mit ihren Datenbanken beim Zentralen Datenservice (ZDS) der BQS bei der "quant Service für das Gesundheitswesen GmbH" in Hamburg. Dort erhalten sie eine eindeutige Kennung, den Schlüssel zur Identifizierung ihres Datenbestandes. Unter dieser Kennung liefern die Teilnehmer ihre Dokumentationsdaten. Dazu erstellen sie die Exportdateien. Beim ZDS laufen alle Daten zur bundesweiten Qualitätssicherung zusammen. Der ZDS protokolliert die Dateien, die er angenommen hat. Die Teilnehmer und die BQS erhalten eine Übersicht über die Datensätze.

Plausibilitätsprüfung

Dank der Plausibilitätsregeln der BQS und eines standardisierten, zeitnahen Antwortverfahrens erfahren die Krankenhäuser schnell und direkt, wenn Angaben sich widersprechen oder fehlen. Binnen weniger Tage bekommt das Krankenhaus ein Fehlerprotokoll, das in den Computer eingelesen werden kann. Es erhält so die Möglichkeit, eine detaillierte und zeitnahe Übersicht über die abgelieferten, eingelesenen und fehlerhaften Datensätze zu pflegen. Die elektronische Dokumentation erspart also mühsame Recherche von Patientendaten. Fehlende oder widersprüchliche Daten werden sofort korrigiert. Dies spart Zeit und steigert die Dokumentationsqualität.

Alle Daten zur Qualitätssicherung landen in einem "Bundesdatenpool". Dieser bildet die Grundlage für die Auswertungen zum Stand der Qualität in den medizinischen und pflegerischen Leistungsbereichen.

Schrittmacher für moderne Informationssysteme

Die externe vergleichende Qualitätssicherung wirkt als Katalysator für moderne Krankenhaus-Informationssysteme (KIS). Daten, die bisher über verschiedene Datenbanken verteilt vorlagen, können zukünftig gebündelt werden. Das Resultat: Prozess- und Datenintegration. Die Mehrfacherfassung von identischen Daten für die Qualitätssicherung ist nicht mehr nötig. Die Softwareanbieter entwickeln Lösungen, um auf bereits vorhandene Informationen im Krankenhaus effizient zugreifen zu können.

Qualitätssicherung ist Vertrauenssache

Datenschutz ist für die BQS ein Kernthema. Immerhin enthalten die an die BQS übermittelten Daten sensible Informationen von Patienten und Krankenhäusern. Patienten und Krankenhäuser benötigen die Gewissheit, dass ihre Daten unter Beachtung aller datenschutzrechtlichen Bestimmungen verwaltet werden. Datenschutz hat für die BQS einen hohen Stellenwert. Die Daten aus Krankenhäusern und Landesgeschäftsstellen werden prinzipiell verschlüsselt übermittelt. Zusätzlich sind die Daten dreifach gesichert:

  • Alle Daten sind personenanonymisiert. Schon das Krankenhaus übermittelt Patientendaten nur unter wechselnden Identifikationsnummern. Allein das Krankenhaus kennt die Zuordnung zum Patienten.
  • Die Landesgeschäftsstelle pseudonymisiert das Krankenhaus, bevor die Daten an die BQS gesendet werden.
  • Selbst wenn die BQS das Krankenhaus oder den Patienten identifizierende Daten erhielte: Alle Mitarbeiter der BQS sind vertraglich zum Datenschutz verpflichtet.