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Kompetenz 1: Evidenz-basierte Recherche


Die Erfahrung der Experten in den BQS-Fachgruppen ist sehr wertvoll. Ein abgerundetes Bild ergibt sich aber nur anhand der neuesten gesicherten Erkenntnisse aus der wissenschaftlichen Forschung. Erst wenn beides zusammenkommt, interne Evidenz aus der Praxis und externe Evidenz aus der Literatur, dann spricht man von Evidenz basierten Ergebnissen. Nur solche Ergebnisse bieten der BQS ein tragfähiges Fundament für valide Informationen über Qualität in Medizin und Pflege.

Überprüfung etablierter Standards

Die wissenschaftliche Methode, auf die die BQS setzt, heißt „Evidence-based Medicine“ (EbM). Sie
hat beim Umgang mit medizinischem Wissen zu spürbaren Fortschritten geführt. EbM stellt traditionelle
und innovative Behandlungsweisen in Frage und prüft systematisch ihre wissenschaftliche
Grundlage. „Externe Evidenz führt zur Neubewertung bisher akzeptierter medizinischer Verfahren“,
lautet die Kernaussage dieses Ansatzes.

Akribische und systematische Literaturrecherche und -bewertung sind die wichtigsten Werkzeuge
dafür. Die BQS beschäftigt daher für die systematische Suche nach den "richtigen" Informationen spezialisierte Mitarbeiter.  Aus der Flut von Publikationen filtern sie die aussagekräftigsten Informationen heraus.

Quellensuche und Recherchestrategie

Rund zwei Millionen wissenschaftliche Fachartikel in 25.000 Fachzeitschriften und 10.000 randomisierte Studien werden allein in der Medizin pro Jahr veröffentlicht. Wie findet man die Veröffentlichungen, die wirklich relevant sind? Fünf standardisierte Fragen führen zu den relevanten wissenschaftlichen Quellen:

Frage 1: Welches Versorgungsproblem liegt präzise vor?
Frage 2: Welche zentralen Fragen oder Stichwörter führen uns zur benötigten Literatur?

Frage 1 und 2 dienen der Konkretisierung des Themenfeldes.  Ziel ist es, die Suchbegriffe und Schlagworte so einzugrenzen, dass eine überschaubare Anzahl von relevanten Ergebnissen gefunden wird.


Frage 3: Welche Standardquellen enthalten erfahrungsgemäß die solidesten und wertvollsten Informationen? Wo sonst könnten wichtige Informationen vorliegen?

Frage 4:
Welche Suchstrategie führt uns zum Erfolg?

Mit Frage 3 und 4 werden die Datenbanken und Informationsquellen ausgewählt, die eine hohe Relevanz erwarten lassen. Dies sind an erster Stelle nationale und internationale Leitlinien bzw. Pflegestandards. Reicht eine Leitlinienrecherche alleine nicht aus, wird eine systematische Literatursuche in spezialisierten Datenbanken erforderlich.


Frage 5: Wie müssen die Literaturfunde bewertet werden?

Mit Frage 5 werden die Rechercheergebnisse der BQS einer kritischen Betrachtung unterzogen und die Ergebnisse extrahiert. Es folgt die Bewertung der Literatur.

Quellenbewertung

Die Bewertung der verwendeten Literaturstellen erfolgt mit Hilfe von Einteilungen zu Evidenzstufen. Die Bewertung von einzelnen therapeutischen oder diagnostischen Maßnahmen wird in Leitlinien oder  Übersichtsarbeiten nach Empfehlungsgraden vorgenommen.

Es gibt eine Vielzahl von Einteilungen von Evidenzstufen und von Empfehlungsgraden, die sich nicht ohne weiteres vereinheitlichen lassen. Daher gibt die BQS zur Evidenzstufe oder des Empfehlungsgrades immer die verwendete Einteilung an. In einzelnen Fällen konnten Einschätzungen der Evidenz durch die BQS vorgenommen werden.

Eine Konsentierung der Rechercheergebnisse erfolgt auf der Grundlage von bewerteter Literatur durch die BQS-Fachgruppen oder bei fehlender bewerteter Literatur auf der Basis eines Expertenkonsenses in den BQS-Fachgruppen.