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Hintergrundinformationen zum Versorgungsbereich

(Bezeichnung des BQS-Leistungsbereichs: Herzschrittmacher-Implantation)

(Stand: 21.06.2007)

Icon für Herzschrittmacher-Implantation

Folgende Qualitätsindikatoren aus diesem Versorgungsbereich sind für die öffentliche Berichterstattung verpflichtend:

Entscheidung für die Herzschrittmacher-Behandlung

Auswahl des Herzschrittmachersystems

Entscheidung für die Herzschrittmacher-Behandlung und die Auswahl des Herzschrittmachersystems

Komplikationen während oder nach der Operation

Interpretationshilfen für die Ergebnisse dieser Qualitätsindikatoren finden Sie, indem Sie die Bezeichnungen der Qualitätsindikatoren anklicken.

Informationen für Patienten zu diesem Versorgungsbereich:

Dieser Versorgungsbereich befasst sich mit dem Einsatz von Herzschrittmachern, der erforderlich sein kann, wenn das Herz zu langsam schlägt.

Das Herz ist der Motor des Kreislaufes. Von Geburt an schlägt es ohne Pause 60 bis 80-mal pro Minute und pumpt im Laufe eines jeden Tages etwa 8.000 Liter Blut durch die Adern.

Das Herz ist ein Hohlmuskel, aufgeteilt in vier Hohlräume, von denen jeweils zwei die rechte bzw. linke Herzhälfte bilden. Es gibt Vorhöfe (Atrien) und Kammern (Ventrikel). Die Kammern leisten die wesentliche Pumparbeit, die Vorhöfe dienen während der Arbeit der Kammern vor allem als Blutspeicher. Zwischen Herzvorhöfen und Kammern und am Ausgang jeder Kammer befinden sich Ventile, die das Blut nur in eine Richtung fließen lassen (Herzklappen).

Die Pumpfunktion des Herzens wird durch einen fein abgestimmten Bewegungsablauf zwischen Vorhöfen und Kammern gekennzeichnet. Dieser regelmäßige Ablauf der Pumpbewegung des Herzmuskels wird Herzrhythmus genannt.

Für einen beständigen und gleichmäßigen Herzrhythmus sind die Systeme der elektrischen Reizbildung und Reizleitung im Herzen zuständig.

Das „Steuerzentrum“ des Herzens liegt im Bereich des rechten Vorhofes und wird Sinusknoten genannt. Es erzeugt in regelmäßigen Abständen einen elektrischen Impuls, der sich über Reizleitungsbahnen in die Herzkammern ausbreitet. Nach elektrischer Erregung ziehen sich die einzelnen Herzabschnitte zusammen (Kontraktion). Das in den Kammern enthaltene Blut wird so in die Adern gepumpt.

Störungen in der normalen Abfolge des Herzschlages werden als Herzrhythmusstörungen bezeichnet. Sie können völlig harmlos, aber auch lebensbedrohlich sein. Wenn das Steuerzentrum erkrankt oder die Leitungsbahnen im Herzen unterbrochen werden, ist die Folge ein zu langsamer Herzschlag (Bradykardie) oder in seltenen Fällen auch ein vorübergehender Herzstillstand. Mögliche Folgen sind vorübergehende Ohnmacht (Synkope), Leistungsminderung und Luftmangel. Eine Behandlung mit Medikamenten ist allenfalls vorübergehend wirksam. In aller Regel werden deshalb „bradykarde Herzrhythmusstörungen“ mit einem Herzschrittmacher behandelt. Bekommt ein Patient einen Schrittmacher eingesetzt (implantiert), wird diese Operation als Herzschrittmacher-Implantation bezeichnet.

Ein Schrittmacher wird nicht unmittelbar in das Herz eingesetzt, sondern unterhalb des Schlüsselbeins unter dem Brustmuskel oder der Haut platziert. Von dort werden ein oder mehrere dünne und sehr biegsame Kabel (Sonden) durch die Blutgefäße zum Herzen gelegt. Kontakte an der Spitze (Elektroden) übertragen die elektrischen Impulse des Schrittmachers zum Herzmuskel. Umgekehrt nehmen sie elektrische Signale des Herzens auf und melden dem Schrittmacher die herzeigene Tätigkeit, solange sie noch vorhanden ist. Nur wenn die Abstände zwischen einzelnen Herzschlägen zu lang werden, setzt der Schrittmacher ein und garantiert damit eine ausreichend schnelle Herzschlagfolge (Herzfrequenz; in Ruhe normalerweise zwischen 60 und 80 pro Minute).

Mittlerweile sind Herzschrittmacher nur wenig größer als Streichholzbriefchen und erreichen dank enormer technischer Entwicklung eine durchschnittliche Funktionsdauer von sechs bis acht Jahren. Herzschrittmacher sind sehr sicher, Funktionsstörungen kommen aber vor und betreffen dann meist die Sonden. Herzschrittmacher beeinträchtigen das Leben der Betroffenen kaum. Sobald die Operationswunde verheilt ist, können die meisten Träger eines Herzschrittmachers ihren normalen Alltag wieder aufnehmen.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Herzschrittmacher, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

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