Logo + Home
 
   BQS Hamburg    BQS Qualitätsreport    BQS Outcome    BQS Qualitätsindikatoren Datenbank    BQS Register 140d

Hintergrundinformationen zum Versorgungsbereich

(Bezeichnung des BQS-Leistungsbereichs: Hüft-Endoprothesen-Erstimplantation)

(Stand: 21.06.2007)

Icon für Hüft-Endoprothesen-Erstimplantation

Folgende Qualitätsindikatoren aus diesem Versorgungsbereich sind für die öffentliche Berichterstattung verpflichtend:

Ausrenkung des künstlichen Hüftgelenkes nach der Operation

Entzündung des Operationsbereichs nach der Operation

Ungeplante Folgeoperation(en) wegen Komplikation(en)

Interpretationshilfen für die Ergebnisse dieser Qualitätsindikatoren finden Sie, indem Sie die Bezeichnungen der Qualitätsindikatoren anklicken.

Informationen für Patienten zu diesem Versorgungsbereich:

Das Hüftgelenk ist das größte Gelenk des menschlichen Körpers. Es ist ein Kugelgelenk, das dreidimensional (vorwärts, rückwärts, seitwärts, heran) bewegt werden kann.

Die Hüfte verbindet die Oberschenkelknochen mit dem Becken und bildet die bewegliche Verbindung zwischen Oberkörper und Beinen.

Ein Teil des Beckenknochens bildet die sogenannte Hüftpfanne, das obere Element des Gelenkes. Das obere Ende des Oberschenkelknochens hat beinahe die Form einer Kugel und ist der sogenannte Hüftkopf, der untere Teil des Gelenkes. Im Prinzip ähnelt der Aufbau dem eines Kugellagers.

Damit das Hüftgelenk problemlos funktioniert, sind beide Bestandteile des Hüftgelenkes mit einer geschmeidigen Gleitschicht, einem Belag aus Knorpel, überzogen. Umschlossen und geschützt wird das Gelenk von einer Gelenkkapsel, die auch noch ein Gleitmittel, die Gelenkflüssigkeit, produziert und so das reibungslose Funktionieren des Hüftgelenkes ermöglicht.

Hintergrund
Die häufigste Ursache einer Erkrankung des Hüftgelenkes ist der Verschleiß der Knorpelschicht (Arthrose). Eine Arthrose entwickelt sich über einen langen Zeitraum hinweg. Schmerzen treten häufig erst im fortgeschrittenen Stadium auf. Jede Über- oder Fehlbelastung kann dazu führen, dass die schützende Knorpelschicht an der Oberfläche der Knochen verletzt wird. In den meisten Fällen ist der fortschreitende Knorpelverschleiß in den viel beanspruchten Gelenken altersbedingt. Weitere Gründe für eine Arthrose können Vorerkrankungen sein, wie z. B. Fehlstellungen im Knochenapparat (Skelett), eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), aber auch Übergewicht. In jedem Fall beeinträchtigen Schmerzen beim Gehen und zum Teil erhebliche Bewegungseinschränkungen die Lebensqualität der Betroffenen beträchtlich.

In Deutschland werden jährlich mehr als 100.000 Patienten in Folge einer Arthrose am Hüftgelenk operiert, rund zwei Drittel davon sind Frauen.

Das künstliche Hüftgelenk setzt sich aus den gleichen Teilen zusammen wie das menschliche Hüftgelenk, nämlich aus der Gelenkpfanne und dem Gelenkkopf, der auf dem Gelenkschaft im Oberschenkelknochen sitzt. Bei der sogenannten Totalendoprothese wird das gesamte Gelenk ersetzt, bei der Teilprothese (Teilendoprothese) wird lediglich der Gelenkkopf ausgetauscht.

Das Einsetzen (Implantation) eines künstlichen Hüftgelenkersatzes gehört zu den am häufigsten durchgeführten Operationen in Deutschland. Außer zur Behandlung des Gelenkverschleißes wird der künstliche Hüftgelenkersatz auch bei Versorgung von hüftgelenknahen Knochenbrüchen (z. B. Schenkelhalsfraktur) durchgeführt.

Wird das Hüftgelenk zum ersten Mal gegen einen künstlichen Gelenkersatz ausgetauscht, heißt diese Operation Erstimplantation.

Bei der Implantation wird das künstliche Hüftgelenk mit den körpereigenen Knochen verbunden. Diese Verankerung kann auf verschiedene Weise erfolgen. Es gibt zementierte, zementfreie und sogenannte Hybridprothesen, bei denen verschiedene Verankerungen verwendet werden.

Damit ein langes, problemloses Funktionieren des Hüftgelenkersatzes und somit andauernde Schmerzfreiheit und größtmögliche Beweglichkeit für die PatientInnen gewährleistet sind, müssen die Materialien der Prothese besonders hohen Qualitätsanforderungen standhalten. Sie sollen reizarm sein, sodass sie möglichst keine Unverträglichkeitsreaktionen hervorrufen. Sie sollen sehr widerstandsfähig sein, damit sie den großen Körperkräften, die das Hüftgelenk umsetzt und bewältigt, standhalten und im künstlichen Gelenk kein Abrieb der Oberflächen entsteht. Die Hüft-Endoprothese, der künstliche Gelenkersatz, muss also aus hochwertigen Materialien bestehen, unter anderem Spezialkunststoffen, keramischen Bestandteilen und speziellen Metalllegierungen wie z. B. Titan.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Orthopädie und Unfallchirurgie, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

Dieser Text soll Ihnen dabei helfen, die Ergebnisse der Externen Qualitätssicherung zu nutzen. Haben wir dieses Ziel erreicht? War der Text für Sie von Nutzen, verständlich, zu kurz oder zu ausführlich?

Bitte nehmen Sie sich für eine kurze Bewertung Zeit: Ihre Einschätzung und Vorschläge helfen uns, besser zu werden.

zum Bewertungsformular