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Hintergrundinformationen zum Versorgungsbereich

(Bezeichnung des BQS-Leistungsbereichs: Karotis-Rekonstruktion)

(Stand: 21.06.2007)

Icon für Karotis-Rekonstruktion

Folgende Qualitätsindikatoren aus diesem Versorgungsbereich sind für die öffentliche Berichterstattung verpflichtend:

Entscheidung zur Operation einer Verengung der Halsschlagader ohne erkennbare Krankheitsanzeichen

Entscheidung zur Operation einer Verengung der Halsschlagader mit erkennbaren Krankheitsanzeichen

Schlaganfälle oder Tod infolge einer Operation zur Erweiterung der Halsschlagader

Interpretationshilfen für die Ergebnisse dieser Qualitätsindikatoren finden Sie, indem Sie die Bezeichnungen der Qualitätsindikatoren anklicken.

Informationen für Patienten zu diesem Versorgungsbereich:

Die Operation an der verengten Halsschlagader (Karotisstenose) wird durchgeführt, um Schlaganfällen vorzubeugen. Die Halsschlagader ist das wichtigste Blutgefäß, um das Gehirn mit Blut zu versorgen.
Als Hauptursache der Verengung der Schlagadern wird die Arterienverkalkung (Arteriosklerose) angesehen. Wenn die Wände der Schlagadern ihre Elastizität verlieren – und das passiert automatisch mit zunehmendem Alter –, wird ihre Oberfläche rauer. So können sich dort unerwünschte Rückstände wie Blutfette oder Blutgerinnsel anlagern. Dies kann zur Verkalkung und Verengung des Gefäßes führen. Bei allen Gefäßerkrankungen begünstigen Risikofaktoren wie Rauchen, hoher Blutdruck, Zuckerkrankheit und Fettstoffwechselstörungen das Entstehen einer Arterienverkalkung.

Die Anlagerungen an der Innenwand der Schlagadern werden auch als Plaques bezeichnet. Beim Fortschreiten dieser Veränderungen kann es auch zum Verschluss der betroffenen Schlagadern kommen, so dass kein Blut mehr durch diese Blutgefäße fließen kann. Wenn solche Veränderungen an den hirnversorgenden Schlagadern auftreten, können sich Störungen der Blutversorgung im Gehirn entwickeln, die bis zum Schlaganfall führen können.

In Deutschland erleiden pro Jahr etwa 200.000 Menschen einen Schlaganfall (andere Bezeichnungen: Gehirnschlag, Hirninfarkt, Apoplex). Etwa 30.000 dieser Schlaganfälle werden durch eine Verengung (Stenose) oder einen Verschluss der wichtigsten beiden Halsschlagadern verursacht. Diese Schlagadern (Arteriae carotis) verlaufen jeweils auf der rechten und linken Halsseite. Sie führen aufwärts zum Kopf und versorgen das Gehirn mit Sauerstoff. Jede der beiden Halsschlagadern teilt sich in einen inneren Ast (Arteria carotis interna), der das Gehirn mit Blut versorgt, und einen äußeren Ast (Arteria carotis externa) zur Versorgung des Kopfes (außer dem Gehirn) und der Weichteile an Hals und Gesicht. Die Halsschlagadern können gut getastet werden.

Die Verengung der inneren Halsschlagader (Karotisstenose) oder ein Verschluss einer der Halsschlagadern führt zu einer Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff. Als Folge können Bereiche des Gehirns absterben. Bei den betroffenen Patienten macht sich dies durch Ausfallserscheinungen (Funktionsstörungen) bemerkbar.

Diese Ausfallserscheinungen können vorübergehend oder dauerhaft sein und werden im Volksmund als Schlaganfall bezeichnet.

Die Bandbreite der Anzeichen für einen Schlaganfall ist groß. Er kann zu vorübergehenden oder dauerhaften Ausfallserscheinungen bis zum Tod führen. Ein Schlaganfall kann folgende plötzlich auftretende Krankheitszeichen (Symptome) zeigen:

  • Sprechstörungen
  • Sehschwierigkeiten
  • Empfindungsstörungen
  • Lähmungen

Diese Symptome können in sehr unterschiedlichen Schweregraden auftreten. Sie reichen von kaum wahrnehmbaren Krankheitszeichen bis hin zur vollständigen Lähmung und Empfindungslosigkeit einer ganzen Körperseite.

Die Entwicklung der Karotisstenose verläuft lange Zeit ohne Symptome. Sie kann mit einfachen Untersuchungen (Ultraschall) nachgewiesen werden. Solange die Verengung ohne Symptome bleibt, spricht man von einer asymptomatischen Karotisstenose. Wenn bereits vorübergehende oder bleibende Krankheitszeichen aufgetreten sind, wie beispielsweise ein Schlaganfall, liegt eine symptomatische Karotisstenose vor.

Das Ausmaß der Verengung der Schlagadern kann durch Ultraschall- oder Röntgenuntersuchungen gemessen werden. Man beschreibt das Ausmaß als Verengungsgrad (Stenosegrad). Ein Verengungsgrad von 60 Prozent bedeutet beispielsweise, dass nur noch 40 Prozent der normalen Menge des Blutdurchflusses möglich sind.
 
Es wird empfohlen, asymptomatische Stenosen mit einem Verengungsgrad von unter 60 Prozent in den meisten Fällen konservativ, d.h. mit Medikamenten und regelmäßiger Überwachung zu behandeln. Bei Stenosen über 60 Prozent nimmt die Gefahr, einen Schlaganfall zu erleiden, erheblich zu. Hier sollte durch einen Gefäßchirurgen oder Neurologen überprüft werden, ob eine Operation angezeigt ist.

Symptomatische Stenosen mit einem Verengungsgrad über 50 Prozent sollten in der Regel operiert werden.

Autoren:
BQS gGmbH, BQS Fachgruppe Gefäßchirurgie, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.

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