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Entwicklung des „Generalindikators Dekubitusprophylaxe“

Durch die Erhebung relevanter Risikofaktoren kann eine risikoadjustierte Rate der Dekubitusinzidenz ausgewertet werden, die einen fairen Vergleich zwischen Krankenhäusern mit Patienten unterschiedlicher Risikoprofile ermöglicht. Die Risikofaktoren, die für die Auswertung der risikoadjustierten Rate verwendet werden, wurden systematisch anhand einer Recherche und Bewertung wissenschaftlicher Literatur identifiziert und in einer Pilottestung auf statistische Relevanz und Praktikabilität der Erfassung überprüft. Darüber hinaus erfolgte eine Validierung anhand logistischer Regressionsmodelle mit Daten von 69.005 Patienten aus 100 Krankenhäusern.

Für die Entstehung eines Dekubitus ist dem Risikoprofil des Patienten ist ein hoher Stellenwert beizumessen. Aus diesem Grund werden die wichtigsten Risikofaktoren, bei deren kumuliertem Vorliegen trotzt fachgerechter Prophylaxemaßnahmen ein Dekubitus entstehen kann, bei diesem Generalindikator berücksichtigt.

Um klinisch und statistisch relevante Risikofaktoren zu identifizieren und praxistauglich in den Datensatz zu integrieren, stand ein Pilottest in der Entwicklungsarbeit der BQS-Fachgruppe Pflege im Mittelpunkt.

Verfahrensentwicklung in der Übersicht

Verfahrensentwicklung in der Übersicht

1. Identifikation von Risikofaktoren: Literaturrecherche und -bewertung

Erster Schritt der Indikatorenentwicklung war eine umfangreiche Literaturrecherche. Sie wurde im Mai und Juni 2005 durchgeführt und erstreckte sich über die computergestützten Datenbanken MEDLINE® und MedPilot® mit den Suchbegriffen „Pressure Ulcer", „Risk Adjustment“, „Risk Factors“, „NOT Nursing Homes“. Darüber hinaus wurden Quellen aus dem nationalen Expertenstandard und internationalen Leitlinien zur Dekubitusprophylaxe und aus verschiedenen Fachbüchern verwendet. Weiterhin fanden sich unter den Literaturangaben der gesichteten Artikel und innerhalb der Autorensuche relevante Hinweise auf weiterführende Literatur.

Die Quellen wurden durch die BQS-Fachgruppe Pflege und die BQS anhand ihrer methodischen Güte und klinischen Relevanz bewertet und geeignete Quellen ausgewählt.

2. Abfragemöglichkeiten der Risikofaktoren: Bewertung der Operationalisierbarkeit


Für die als wissenschaftlich und klinisch relevant identifizierten Risikofaktoren wurden Möglichkeiten der Operationalisierung recherchiert und bewertet.

3. Pilottest: Praxistauglichkeit der Abfragen und Datenerhebung für Modellentwicklung der Risikoadjustierung

Der Pilottest wurde über drei Monate in 100 Krankenhäusern durchgeführt. Insgesamt wurden 70.582 Datensätze dokumentiert und an die BQS zurückgesendet.

Für die Prüfung der Praxistauglichkeit wurden allen teilnehmenden Krankenhäusern Evaluationsbögen sowohl für die Anwender wie auch für die verantwortlichen Koordinatoren zur Verfügung gestellt. Anhand dieser Evaluationsbögen konnte die Eignung der Abfragen bewertet werden. Insgesamt konnten nach Abschluss des Pilottest durch die BQS 737 Evaluationsbögen ausgewertet werden.

Gleichzeitig lieferte der Pilottest die Datengrundlage für die Entwicklung eines logistischen Regressionsmodells zur Risikoadjustierung des Generalindikators, das eine statistische Bewertung der Relevanz der geprüften Einflussfaktoren ermöglicht.

4. Identifikation relevanter und operationalisierbarer Risikofaktoren

Von den 70.582 Datensätzen konnten 69.005 für die Modellbildung ausgewertet werden.

Die Auswertung der Evaluationsbögen lieferte Informationen, bei welchen Abfragen in der Praxis Probleme bei der Dokumentation aufgetreten sind. Die BQS-Fachgruppe Pflege hat dann eine zusammenfassende Bewertung durchgeführt:

  • wissenschaftliche und klinische Relevanz (Literaturbewertung)
  • statistische Relevanz (Auswertung der Daten des Pilottests mit logistischen Regressionsmodellen)
  • Praxistauglichkeit (Auswertung der Evaluationsbögen des Pilottests).

Auf der Basis dieser Bewertungen wurde die Auswahl der geeigneten Abfragen vorgenommen und ein Datensatz konsentiert.