Rationale
Der
Implantationsort des Schrittmacheraggregats liegt in der Regel präpektoral im
Unterhautfettgewebe. Seltener wird retropektoral, z. B. bei mageren Patienten
oder Mammaamputation, implantiert oder ein anderer Implantationsort gewählt (z.
B. intrapleural bei Kindern). Eine mögliche Komplikation, die am Ort der
Implantation, der sogenannten Schrittmachertasche auftreten kann, ist das
Taschenhämatom, insbesondere bei Störungen der Blutgerinnung. Resorbiert sich
das Hämatom nicht spontan, kann eine Entlastungspunktion durchgeführt werden.
Häufig ist jedoch eine chirurgische Eröffnung notwendig (Fischer & Ritter
1997). Eine Infektion der Schrittmachertasche kann sich mit Schmerzen, Rötung,
Fluktuation u. ä. äußern. Die lokalen Zeichen können aber auch diskret sein.
Verlagerungen des Geräts - vor allem in die Achselgegend - sind möglich. Nur
selten kommt es zur Perforation des Geräts durch die Haut.
Das dänische Schrittmacherregister (Møller & Arnsbo
2007) berichtet aus dem Jahre 2006 von folgenden Spätkomplikationen (bis 4
Monate nach dem Eingriff): Infektion 0,3%, und Aggregatdislokation <0,1%.
Die Rate von durchgeführten Revisionsoperationen in einem
Krankenhaus ist nur aussagefähig, wenn man sie auf Patienten bezieht, denen im
gleichen Krankenhaus der Schrittmacher implantiert wurde. Um näherungsweise die
Komplikationsraten der Krankenhäuser vergleichen zu können, wird im
Auswertungskonzept als Bezugsgröße das gemeldete Implantationsvolumen des
Krankenhauses im gleichen Jahr verwandt. Es handelt sich um eine Ratio und
nicht um eine Rate im Sinne einer Revisionslast (revision burden, Skutek et al.
2006).
Stand 15.03.2009